Die Gründung 1928

Zwei junge Fahrgäste von Heinrich Zickenheiner
Zwei junge Fahrgäste von Heinrich Zickenheiner

Heinrich Zickenheiner macht sich 1928 mit dem Omnibusunternehmen selbstständig, das noch heute Fahrgäste in Rheinland-Pfalz sicher ans Ziel bringt. Die ersten Fahrten führen aus dem Westerwald zum Markt der Deichstadt Neuwied, wo Bauern ihre Waren anbieten. Dafür setzt Heinrich Zickenheiner noch keinen klassischen Bus ein, sondern einen umgebauten Lastwagen. Die Fahrten an den Rhein etablieren sich - ab 1935 bringt Zickenheiner auch Eisen-Arbeiter aus dem Westerwald zur Hermannshütte in Neuwied. Gleichzeitig gibt es erste Busreisen: Kurgäste aus Essen kommen in den Westerwald.

Die Söhne steigen ein

Theo Zickenheiner und seine Frau Irmgard mit Fahrgästen vor der „Silbermöwe“
Theo Zickenheiner und seine Frau Irmgard mit Fahrgästen vor der „Silbermöwe“

Im Auftrag der Post bringt Zickenheiner 1937 und 1938 Fahrgäste von Steimel nach Neuwied. Diese erste Zusammenarbeit macht sich einige Jahre später bezahlt, als Zickenheiner 1949 und 1950 Linienfahrten für die Bundespost durchführt – der erste große Auftrag nach dem Zweiten Weltkrieg, der die Entwicklung des Unternehmens vorantreibt.

Heinrich Zickenheiners Söhne Theo und Günter helfen nach Kriegsende beim Neuaufbau des Familienbetriebs mit. Die Busse pendeln von Elgert nach Neuwied. Ab 1952 fahren Kurgäste regelmäßig mit Zickenheiner auf Ausflugsfahrten in den Westerwald.

In den Urlaub mit Zickenheiner

Theo Zickenheiner am Steuer
Theo Zickenheiner am Steuer

Bis zum Ende der 60er Jahre bestimmen Urlaubsreisen ins Ausland das Geschäft. Erstmals fährt Zickenheiner im Jahr 1955 Fahrgäste nach Italien, Frankreich und Griechenland. Die ersten Kunden: Schulklassen des Martin-Butzer-Gymnasiums in Dierdorf. Die Preise sind konkurrenzlos - die erste Kurzreise Schwarzwald – Bodensee – Schweiz kostet nur 75 Mark.

Das Angebot wird größer

Der „Wanderfalke“ in Paris, Anfang der 50er-Jahre
Der „Wanderfalke“ in Paris, Anfang der 50er-Jahre

Das Gymnasium bleibt treuer Kunde, weitere Fahrten gehen nach Spanien und Schweden. In den folgenden Jahren führen Kurzreisen nach Paris und Tulpenfahrten nach Holland. Das Angebot wird ständig größer: Neben Urlaubsreisen an den Achensee und in das Zillertal bietet Zickenheiner 1965 erstmals eine „Fahrt ins Blaue“ an - die sogenannte Saisoneröffnungsfahrt für zehn Mark, inklusive Show- und Unterhaltungsprogramm sowie Abendimbiss.

Die zweite Generation am Steuer

Theo Zickenheiner mit Sohn Axel in Belgien
Theo Zickenheiner mit Sohn Axel in Belgien

1968 gründen Theo und Günter Zickenheiner die Gebrüder Zickenheiner OHG und führen damit den Betrieb der Heinrich Zickenheiner und Söhne fort. Die Brüder erschließen eine Marktlücke: Erstmals bieten sie 1969 Fahrten zu Spielen der Fußball-Bundesliga, zu Europapokal- und Länderspielen an. Zur Europameisterschaft in Belgien 1972 bringt Zickenheiner Fans aus der Region – Deutschland gewinnt das Turnier.

Im selben Jahr eröffnet Zickenheiner in Neuwied ein Reisebüro mit einer Buchungsagentur für Tjaereborg und NUR-Touristik. Um die Stammkundschaft auch vor Ort betreuen zu können, kommen fünf Buchungsstellen im Westerwald dazu.

Das Unternehmen expandiert weiter

Der erste Zickenheiner-Bus mit WC und Schlafsessel
Der erste Zickenheiner-Bus mit WC und Schlafsessel

Im Linienverkehr fahren ab 1972 Busse zwischen Oberdreis und Dierdorf. 1975 kommt die Strecke zwischen Cochem und Senheim hinzu, der Verkehr für die Post wird ebenfalls ausgeweitet. Große Unternehmen setzen ihr Vertrauen in Zickenheiner: Zwischen Faid und Andernach pendeln Busse, um die Arbeiter der Rasselstein Hoesch GmbH sicher zur Arbeit zu bringen.

Für Urlaubsreisen setzt Zickenheiner schon 1973 einen hochmodernen Reisebus mit WC und Schlafsessel ein, einen Magirus TR 120. Er verspricht den Reisenden höheren Komfort etwa auf dem Weg an die jugoslawische Adria, nach London, Österreich oder die Dolomiten. Das Urlaubsangebot ist mittlerweile so groß, dass sich 1977 der erste eigene Herbst-Winter-Katalog etwa mit Reisen in die Alpen lohnt.

Neue Linien

Zickenheiner-Bus in Neuwied, Mitte der 80er-Jahre
Zickenheiner-Bus in Neuwied, Mitte der 80er-Jahre

1976 trennen die Brüder Theo und Günter ihr Geschäft. Theo Zickenheiner führt fortan das Unternehmen mit zunächst zwölf Linien- und Reisebussen fort. Zu Beginn der 80er Jahre expandiert er: Innerhalb von wenigen Monaten übernimmt Zickenheiner 1981 drei Firmen in Melsbach und Koblenz.

Damit ist das Unternehmen zuständig für Linienverkehr der Bundesbahn, für den Stadtverkehr von Rodenbach/Segendorf nach Neuwied sowie für Schülerverkehr in der Stadt Koblenz. 1983 baut Zickenheiner seine Stellung in Koblenz aus -  mit Linienverkehr im Auftrag der Kevag. Mit fünf neuen Luxus-Reisebussen und einem Reisebüro in Koblenz bietet Zickenheiner Erlebnisreisen, Sonnenziele und Aktivurlaub an.

Die dritte Generation steigt ein

Reisebus an der Adria-Küste von Istrien
Reisebus an der Adria-Küste von Istrien

1988 übernimmt die dritte Generation der Familie das Geschäft. Theos Söhne Klaus und Axel werden Gesellschafter der neuen Zickenheiner GmbH in Koblenz, dazu kommt das Unternehmen „Zickenheiner …für erlebnisreichen Urlaub GmbH“. 1989 bringt es den ersten Vierfarben-Reisekatalog heraus, der an rund 5800 Kunden geht.

Innovation im Bustourismus

Theo und Klaus Zickenheiner bei der Übergabe neuer Reisebusse 1989
Theo und Klaus Zickenheiner bei der Übergabe neuer Reisebusse 1989

1989 gründet Zickenheiner die Beach Bus GmbH Soest mit – die erste bundesweite Kooperation von Busreise-Veranstaltern für wöchentliche Fahrten nach Spanien, Italien, Jugoslawien und Ungarn. Axel Zickenheiner ist bis 1995 Vorsitzender des Aufsichtsrats. Im Jahr nach der Gründung bietet Zickenheiner neue Vielfalt an Angeboten – in Frankreich, Griechenland, Italien, Marokko, Norwegen, Österreich, Portugal, Schottland, der Schweiz, der Türkei und Ungarn. Dazu kommen Kreuzfahrten im Mittelmeer und in der Karibik sowie Rundreisen in den USA.

Umzug nach Koblenz

Der neue Betriebshof in Koblenz nach seiner Fertigstellung
Der neue Betriebshof in Koblenz nach seiner Fertigstellung

Die 90er Jahre sind geprägt von Expansionen im Linienverkehr - und die Räumlichkeiten wachsen mit dem Unternehmen. 1990 zieht Zickenheiner in den neu erbauten Betriebshof in Koblenz ein. Neben Verwaltungs- und Sozialräumen für Mitarbeiter, Werkstatt und Abstellhallen ist hier auch Platz für moderne Waschanlagen für bis zu 18 Omnibusse.

Zickenheiner wird 1993 Partner der Stadtwerke Neuwied, die für die Linie Rodenbach/Segendorf zuständig werden. Durch die Übernahme der Firma Auto-Vogt in Boppard erwirbt Zickenheiner eine Gemeinschaftskonzession mit der Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft (RMV) in Koblenz. Als Mitgesellschafter der Rheinland Busdienste GmbH wird Zickenheiner auch an der RMV beteiligt.

Zertifizierte Qualität

Klaus Zickenheiner und Betriebsleiter Klaus Mann bei der Übergabe neuer Busse
Klaus Zickenheiner und Betriebsleiter Klaus Mann bei der Übergabe neuer Busse

Seit 1997 ist der hohe Leistungsstandard in der ersten Qualitätszertifizierung nach DIN ISO 9001 festgehalten -  für die Zufriedenheit von Fahrgästen und Kunden. Die Norm steht für eine optimale Personenbeförderung, beinhaltet regelmäßige Schulungen für alle Mitarbeiter und steigert die hohe Qualität der Dienstleistung weiter. Zickenheiner erhält die Zertifizierung als erstes Omnibusunternehmen im Raum Koblenz.

Mehr Service für Fahrgäste

Axel Zickenheiner bei der Gründung des VRM
Axel Zickenheiner bei der Gründung des VRM

2002 wird der Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) in Koblenz gegründet: Nun bekommen Fahrgäste ihre Tickets in der Region zu einem einheitlichen Tarif, die Fahrten sind besser aufeinander abgestimmt. Zickenheiner bringt seine Linien in den Verbund ein. 2003 wird das Unternehmen zudem Mitgesellschafter der rhb rheinhunsrückbus GmbH, die den Linienverkehr im Rhein-Hunsrück-Kreis betreibt.

Neue Unternehmen

Fahrtraining mit Bussen des OVEM im Hunsrück
Fahrtraining mit Bussen des OVEM im Hunsrück

Das Unternehmen gründet im Jahre 1998 die KVG Zickenheiner GmbH Koblenz und den Omnibusverkehr Eifel-Mosel (OVEM) in Daun und Cochem. Parallel dazu beginnt der Ausbau des Linienverkehrs für die RMV in den Kreisen Daun (heute Kreis Vulkaneifel), Wittlich, Bitburg-Prüm, Rhein-Lahn und in der Stadt Lahnstein. Übernahmen von Unternehmen Reisen in Deudesfeld und Boppard bringen weitere Aufträge. Weil die RMV alle Aufträge kündigt, wird die OVEM-Niederlassung in Deudesfeld 2004 geschlossen.

Neue Umbrüche

Die Belegschaft 2002
Die Belegschaft 2002

2003 feiert Zickenheiner das 75-jährige Jubiläum des Unternehmens – der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hans-Artur Bauckhage gratuliert. 2012 steigt die vierte Generation der Familie ein: Nach dem Ausscheiden von Klaus Zickenheiner als Geschäftsführer folgt ihm sein Sohn Dirk nach. Fortan führen Axel und Dirk Zickenheiner das Unternehmen.

Verantwortung wahrnehmen

Dirk und Axel Zickenheiner mit dem Neuwieder Kreisbeigeordneten Achim Hallerbach bei der Vorstellung der Hybridbusse
Dirk und Axel Zickenheiner mit dem Neuwieder Kreisbeigeordneten Achim Hallerbach bei der Vorstellung der Hybridbusse

Umwelt und Nachhaltigkeit wachsen zu den bestimmenden Themen im Straßenverkehr heran. Axel und Dirk Zickenheiner sind sich dieser Verantwortung bewusst. Schon seit 2012 versorgt eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach des Koblenzer Betriebshofs das Unternehmen mit sauberem Strom. Als erstes Unternehmen in Rheinland-Pfalz setzt Zickenheiner seit 2013 Hybridbusse mit kombiniertem Elektro- und Dieselantrieb im Linienbetrieb ein. 2017 sind es bereits zehn der umweltfreundlichen Fahrzeuge, die in Koblenz, Neuwied und Bendorf unterwegs sind - darunter auch ein Gelenkbus. Damit ist das Unternehmen einer der größten privaten Betreiber von Hybridbussen in Deutschland.